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| Angiologie Beschreibung |
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Angiologie
Die Angiologie
ist die Lehre von den Blutgefässen, betreffend die Arterien,
Venen sowie das Lymphgefässsystem. Die Internistische
Angiologie befasst sich mit der Diagnose und Therapie
von Gefässkrankheiten. Dabei wird natürlich auch versucht
bereits die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen
zu verhindern (Primärprävention) oder zumindest ein
Fortschreiten oder neuerliches Auftreten von Gefässproblemen
hintanzuhalten (Sekundärprävention).
Arterien 
Die häufigsten
Erkrankungen der Arterien sind Folge der Arteriosklerose
wie Beinarterien-gefässverschlüsse, Herzinfarkt oder
Schlaganfall. Zu den wesentlichen Aufgaben des Internis-tischen
Angiologen zählt die bestmögliche Vermeidung dieser
Spätfolgen von übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes.
Venen 
Die häufigsten
Erkrankungen der Venen sind die Krampfadern (Varizen),
die oberflächliche Venenentzündung, die tiefe Beinvenenthrombose
und der Lungeninfarkt. Neben der geerbten Veranlagung
und schweren Begleiterkrankungen gilt vor allem der
Bewegungsmangel als Hauptursache von Venenerkrankungen.
Lymphgefässe 
Die häufigsten
Erkrankungen der Lymphgefässe sind das primäre Lymphödem,
welches meist angeboren ist oder bereits in jungen Jahren
und dabei oft beidseitig auftritt, während die Schwellung
eines sekundären Lymphödems eher durch Entzündungen
wie den Rotlauf oder durch bösartige Erkrankungen hervorgerufen
wird.
Die Funktion
des Herz-Kreislaufsystems
Im Herz-Kreislaufsystem
wird das Blut vom Herzen über die Schlagadern (Arterien-rot)
sehr rasch in die jeweiligen Organe, Arme und Beine
befördert. über das grosse Venensystem (blau) wird das
Blut langsamer und über das feine Lymphgefässsystem
(schwarz) wird die Lymphe aus dem Bindegewebe sehr träge
zum Herzen rücktransportiert. Die Funktion der Arterien
besteht darin in einem Hochdrucksystem (z.B. 130/70
mmHg) die Zielorgane mit Sauerstoff und im Blut enthaltenen
Substanzen zu versorgen.
Die Funktion
der Venen besteht darin in einem Niederdrucksystem (z.B.
10-20 mmHg) Blut für etwaigen Mehrbedarf zu speichern
und Nährstoffe aus dem Darm oder der Leber aufzunehmen
sowie das Blut dem Herzen wieder zuzuführen damit anschliessend
CO2 in der Lunge abgeatmet und wieder frischer Sauerstoff
aufgenommen werden kann.
Die Funktion
der Lymphe besteht darin Flüssigkeit aus dem Bindegewebe
herauszufiltern und es über Lymphknoten dem Abwehrsystem
zu präsentieren, damit es gegebenenfalls zielgerichtet
z.B. gegen Bakterien besser aktiviert werden kann.
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Physiologie
des venösen Rückstroms
Eine
Flüssigkeit fließt immer nach einem Höhengefälle,
wie ein Gebirgsbach, von der Höhe in die Tiefe,
oder nach einem Druckgefälle, wie z.B. in einer
Wasserleitung, von Stellen höheren Drucks zu Stellen
mit geringerem Druck. Dieses letzte Prinzip gilt
auch für den gesamten Kreislauf.
Um das Blut aus der Peripherie zum Herzen hin zurückzupumpen,
arbeiten verschiedene physiologische Mechanismen synergistisch.
In horizontaler Körperlage reicht der Druckgradient
vom postkapillären Bereich bis zum Herzen aus,
um eine langsame Blutströmung als Vis a tergo aufrecht
zu erhalten. Die Atmung wirkt durch die gegensinnigen
intrathorakalen und intraabdominellen Druckschwankungen
als Vis a fronte. Auch die Herzaktion löst eine
Beschleunigung des venösen Blutstroms aus. Um das
Blut aus der Peripherie zum Herzen hin zurückzu-pumpen,
arbeiten verschiedene physiologische Mechani-smen synergistisch.
In horizontaler Körperlage reicht der Druckgradient
vom postkapillären Bereich bis zum Herzen aus,
um eine langsame Blutströmung als Vis a tergo aufrecht
zu erhalten. Die Atmung wirkt durch die gegensinnigen
intrathorakalen und intraabdominellen Druckschwankungen
als Vis a fronte. Auch die Herzaktion löst eine
Beschleunigung des venösen Blutstroms aus.
Der venöse Rückfluss des Blutes aus den Beinen
zum Herzen hat zum einen seinen Motor in der Druckdifferenz
zwischen dem rechten und linken Herzen und zum anderen
in einem komplexen System von Saug- und Pumpmecha-nismen.
Die im Thorax entstehenden venösen Druck- und Strömungsveränderungen
durch Verschiebungen der Ventilebene des Herzens wirken
sich vorwiegend in den herznahen Abschnitten der V.
cava aus. Atemabhängige diaphragmale Transportmechanismen
Am liegenden Menschen und in Ruhe spielen diaphragmale
Transport-mechanismen, die atemabhängig sind, eine
wesentliche Rolle. Bei der Inspiration sinkt mit der
Senkung des Zwerchfells der Druck im Thoraxbereich,
während der abdominelle Druck ansteigt. Zum einen
kommt es dabei zu einem beschleunigten Abstrom des Blutes
aus dem Abdomen herzwärts, zum anderen tritt mit
der Druckerhöhung in den abdominellen Venen ein
Schluss der letzten Venenklappen der unteren Extremitäten
ein, der einen Reflux des Blutes in die Beine verhindert.
Durch den Druckanstieg im Abdomen kommt es aber auch
zu einem Sistieren der Blutströmung aus den Beinen
ins Abdomen. Bei der Exspiration erfolgt mit Zwerchfellhebung
eine Druckerhöhung im Thorax und eine Drucksenkung
im Abdomen. Die Femoralvenenklappen öffnen sich
und das Blut fließt aus den Beinvenen wieder herzwärts
ab.
Im Liegen und in Ruhe reichen diese Mechanismen aus,
um eine suffiziente Strömung im venösen Gefäßsystem
aufrechtzuerhalten. In stehender Körperhaltung
sind bedingt durch den hydrostatischen Druck zusätzliche
Mechanismen erforderlich. Es sind dies die Muskel-und
Gelenkpumpen der unteren Extremitäten. Während
im Liegen der Druck im Venensystem der Extremitäten
bei ca. 10 mmHg liegt, steigt er in stehen-der Position
beim Menschen im Unterschenkelbereich auf Druckwerte
von 90100 mmHg an. Ob die Gelenkpumpen oder die
Muskelpumpen den größeren Anteil an der Beschleunigung
des venösen Rückflusses haben, wird kontrovers
diskutiert.
Das in einem röhrenförmigen Bindegewebesystem
ein-gelagerte tiefe Venensystem ist über Faserzüge
mit der umgebenden Muskulatur verbunden. Kontrahiert
sich der Muskel, so werden die tiefen Venen komprimiert
und das darin befindliche Blut wird nach proximal beschleunigt.
Intakte Venenklappen verhindern einen nach distal gerichteten
Reflux. Bei der Muskelkontraktion steigt der Druck im
tiefen Venensystem über den in den ober-flächlichen
Venen an. Die Klappen in den Vv. perforantes schließen
und verhindern einen Reflux des Blutes in das oberflächliche
Venensystem hinein. In der Muskelent-spannungsphase
entfalten sich die tiefen Venen wieder und es entsteht
ein Sogeffekt, der venöses Blut aus der Peripherie
in den betroffenen Venenabschnitt saugt. Die proximal
gelegenen Venen-klappen schließen und verhindern
einen Reflux von proximal in den dilatierten Bereich
hinein. Die Klappen in den Perforanten öffnen sich,
da der Druck im tiefen Venensystem unter den der oberflächlichen
Venen abfällt und ermöglichen auch den Einstrom
von venösem Blut aus den oberflächlichen Venen
in die tiefen Venen hinein. Am effektivsten arbeitet
dabei die Wadenmuskelpumpe. Erwähnt seien aber
auch die Oberschenkelmuskelpumpe und die Fußsohlenmuskel-pumpe.
Auch ohne aktive Beteiligung der Muskulatur führt
die passive Bewegung im Sprunggelenkbereich zu einer
Beschleunigung der venösen Strömung. Die subfaszialen
Venen sind hier dreidimensional aufgehängt
u. verändern
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Abb. 1.
Durch die Schwerkraft beim aufrecht stehenden Menschen
addiert sich zu den 12 mm Hg an jeder Stelle das
Jeweilige Gewicht der Blutsäule bis zum hydrostatischen
Indifferenzpunkt. knapp unterhalb des rechten Vorhofes.
Der höchste Druck wird infolgedessen an der
entferntesten Stelle gemessen (90 mm Hg), an der
Fessel, aber nur wenn der Proband unbeweglich steht.
Da sich auch im arteriellen Schenkel
das Gewicht der Blutsäule dazu addiert. bleibt
die Druckdifferenz im Stehen erhalten. |
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Abb. 2.
Durch das Druckgefälle des Kreislaufs gelangt
das Blut in die unteren Extrem taten nach dem Durchgang
durch die Kapillaren in die Venolen mit einem Restdruck
von ungefähr 12 mm Hg. der auf Null im indifferenten
Druckpunkt. unterhalb des rechten Vorhofs, fällt.
Diese Werte treffen aber nur beim horizontal gelagerten
Menschen zu. |
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Abb. 3.
Während der Bewegung der Beine entstehen aber
Schwankungen des Venendrucks und somit der Flussrichtung.
So wird beim Aufstehen der Versuch einer rückläufigen
Strömung in die Peripherie durch die sich schließenden
Venenklappen aufgehalten. Die Klappen der Einmündung
und der Vv. perforantes erlauben nämlich nur
einen Blutfluss von der Oberfläche in die Tiefe
und die Schleusenklappen nur einen zentralwärts
gerichteten Fluss. Dieser Blutfluß kann mittels
Doppler-Ultraschall erfaßt werden. |
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ihren Querschnitt bei der Sprunggelenkbewegung.
Im Gelenkbereich ist die maximale Quer-schnittsvergrößerung
der Venen besonders ausgeprägt. Das Wechselspiel
zwischen Plantarflexion und Dorsalextension führt
damit auch zu einer wechselseitigen Erweiterung und
Verengung des Venenlumens in der Gelenksregion. Hiermit
ist eine Beschleunigung der herzwärts gerichteten
Blutströmung verbunden, die besonders bei der Dorsalextension
ausgeprägt ist.
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Abb. 4.
Während der Muskel-arbeit Im Gehen steigt die
Durchblutung der Wade bis
zu 40 mal im Vergleich zur Ruhedurchblutung. Zu
glei-cher Zeit arbeitet aber die Wadenmus-kelpumpe
wie eine Saug- und Druckpumpe, um diese vermehrte
Menge Blut zum Herzen zu befördern. Während
der Kontraktion der Waden-muskeln erhöht sich
der Druck in den komprimier-ten tiefen Leitvenen
sehr stark. Die Venenklappen der Peripherie und
die der Vv perforantes schließen sich. Das
Blut kann nur in Richtung Herz entweichen. (Druck-pumpe)
(a)
Die Muskelerschlaffung erweitert die fielen Leitvenen.
der Venendruck sinkt stark ab. eine proximale Klappe
schliesst sich und verhindert den Rückfluß.
Nun öffnen sich die Klapper der peripheren
Venen und der Vv. perforan-tes Das Blut wird n die
Tiefe abgesaugt (Saugpumpe) (b) |
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Bei der
Phlebographie handelt es sich um ein auf der Anwendung
von Röntgenstrahlen basie-rendes Verfahren zur
Darstellung der Venen der Extremitäten. Hierzu
ist die Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln (KM) notwendig,
da die höhere Strahlenabsorption durch das KM zur
Gefäßdarstellung führt. Peripher des
darzustellen-den Gefäßabschnittes muss eine
Vene punktiert werden, über die das KM in ausreichender
Menge und zügig injiziert wird, um eine homogene
Anfüllung des gewünschten venösen Gefäßareals
zu erreichen. Da die Phlebographie sowohl hinsichtlich
der Anwendung von Röntgenstrahlen als auch der
Venenpunktion zur KM-Verabreichung als invasive Methode
anzusehen ist, müssen eine umfassende klinische
Untersuchung sowie die Abklärung der Indikationsstellung
mit den verfügbaren nichtinvasiven diagnostischen
Möglichkeiten vorausgehen. Dabei sollte anhand
der nichtinvasiven Untersu-chungsmethoden eine möglichst
klare Fragestellung an den Phlebographeur erarbeitet
werden, damit dieser die Untersuchung zielgerichtet
mit einer möglichst geringen KM- und Strahlenbelastung
durch-führen kann. Die Aussagefähigkeit der
Untersuchung wird umso besser sein, je enger die Abstimmung
zwischen dem klinischen Auftraggeber und dem die Phlebographie
ausführenden Arzt ist, d. h. ein sog. Globalauftrag
zur Phlebographie sollte normalerweise nicht vorkommen.
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Abb. 5.
Aber auch andere periphere Einrichtungen fördern
den venösen Rückfluß. vor allem
das Ausdrücken der Fußsohle
und das Spiel der Sehnen
und Faszien um das Sprung-gelenk. Diese verschiedenen
Mechanismen werden im Gesamtbegriff der Bein-venenpumpe
zusammen-gefaßt, deren Leistung mit diversen
Metho-den (z.B. Venendruck mes-sung, plethysmographische
Verfahren wie Fußvolumetrie, Photoplethysmographie)
gemessen wird. |
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Die Aufgabe der Gelenk-
und Muskelpumpen ist die Beschleunigung der venösen
Strömung und dadurch die Verminderung des venösen
Druckes im Bereich der unteren Extremitäten in aufrech-ter
Körperhaltung. Unter physiologischen Bedingungen
kommt es durch die Arbeit dieser Pumpmechanismen zu einer
Druckreduktion von 80-100 mmHg im Stehen, auf Werte zwischen
30-40 mmHg beim Gehen. Voraussetzung hierfür ist
die Funktionsfähigkeit der Venenklappen. |
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Abb. 6 Diese ständige
Abschöpfung des Blutes beim Gehen hat eine
Senkung des peripheren Venendrucks zur Folge. Der
Druck senkt sich bis zu 30 mm Hg ab dem siebten
Schritt, bleibt wäh-rend des Gehens auf diesem
Wert und steigt beim Stillste-hen wieder auf seinen
Aus-gangswert von 90 mm Hg an. |
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Kommt es im Rahmen venöser
Krankheitsbilder zu einer Insuffizienz der Venenklappen
oder auch zum Verschluss einzelner Venenabschnitte,
so resultiert hie-raus eine Wirkungs-einschränkung
der Pumpmechanismen und eine geringere Druckminderung
im Venensystem bei Bewegung, die auch als ambulatorische
venöse Hypertonie bezeichnet wird. Einen
ähnlichen Effekt hat auch die Bewegungseinschränkung
im oberen Sprunggelenk, die die Wirksamkeit der
Pumpmechanismen einschränkt. Je nach Schwere
des Krankheitsbildes sinkt der venöse Druck
im Knöchelbereich dann nur noch auf Werte
ab, die deutlich höher liegen als 30-40 mmHg
oder es erfolgt gar keine Druckreduktion. Die
ambulatorische venöse Hypertonie ist der
Ausgangspunkt für die Veränderungen
in der Mikrozirkulation, die zum klinischen Bild
der chronischen venösen Insuffizienz führen.
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Copyright © 2008 Prim. Dr.
Thomas MACA. Alle Rechte vorbehalten. |
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