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| Diagnostik und klinische
Untersuchung |
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Eine genaue Indikationsstellung der Behandlung
basiert auf einer guten klinischen Untersuchung, die
fast immer durch apparative Zusatzuntersuchungen und
manchmal durch eine Phlebographie untermauert werden
sollte. Die umfassende körperliche Untersuchung
ist Voraussetzung für eine phlebologische Gesamtbeurteilung.
Die technischen Untersuchungen, die ergänzend erhoben
werden, lassen sich nur zusammen mit dem klinischen
Status abschließend bewerten. Nur aus dieser Zusammenschau
ergibt sich ein medizinisch begründbarer Zeitplan
für notwendige Behandlungsmaßnamen.
An den
ARTERIEN können folgende Gefässmessungen durchgeführt
werden:
 Der
arterielle Blutdruck wird nach Riva/Rocci bei Erstvorstellung
des Patienten an beiden Oberarmen
mittels Blutdruckmanschette gemessen, um evt. vorliegende
Blutdruckseiten- differenzen
auszuschliessen.
 Die
arterielle Rheografie (Rheomat - Dr. Schuhfried) zeichnet
ein Flussmuster des arteriellen Blutflusses
zumeist der Beinschlagadern auf. Die Messungen werden
über Blutdruck- manschetten
in ein spezielles Messgerät fortgeleitet und dort
auf Millimeterpapier ausgedruckt.
 Die
Arteriendruckmessung der Beindurchblutung wird mittels
unidirektionalem Doppler- Ultraschall
und Blutdruckmanschette vorgenommen. Sie erlaubt die
Blutdruckbestimmung am Fuss.
Aus der Analyse oben angeführter 3 Messmethoden
kann dann auf evt. vorliegende Durchblutungsstörungen
geschlossen werden, welche entweder durch arteriosklerotische
Engstellen
oder gar Beinarterienverschlüsse bedingt sind.
Auch auf erste Arterienwand- veränderungen
durch verminderte Gefässwandelastizität kann
geschlossen werden.
 Die
Duplexsonografie (Sonsite 180 Plus) ist eine moderne
Ultraschalltechnik mit der nicht nur der
Blutfluss in Metern pro Sekunde (m/s) direkt gemessen
werden kann. Es ist hiermit auch möglich
z.B. die Gefässwanddicke auf Zehntelmillimeter
genau wie etwa für die Initima-Media- Wanddicke
der Halsschlagadern zu bestimmen. Aber auch Arterienwandauflagerungen
(Pla- ques)
werden nach ihrer Echogenität bzw. Dichte beurteilt:
Weiche Plaques sind cholester- inreich,
dichte Plaques sind fibrotisch faserreich und harte
Plaques sind verkalkt.
 Die
Plattenthermographie gibt Auskunft über die Temperaturunterschiede
an kühlen Fingern und
Zehen, um besser eine primäre (angeborene) oder
sekundäre (erworbene) Raynaud- Symptomatik
als klassischer Fall einer sog. "Weissfingerkrankheit"
untersuchen zu können. Auch
peripher arterielle Embolien können so gut diagnostiziert
werden.
 Schliesslich
erlaubt die Diditale Pulsoszillografie (Vascoquant 4000,
Fa. Sonotechnik) auch feinste
Pulswellenanalyse, wie sie bei extrem reduzierter Finger-
oder Zehendurchblutung benötigt
wird.
An den
VENEN können folgende Gefässmessungen vorgenommen
werden:
 Die
venöse Plethysmografie (Gutmann Compactus 500)
misst über an den Beinen angelegte Silberstreifen-Dehnung
Volumsschwankungen, über die das Fassungsvermögen
bzw. der Füllungszustand
der Venen erhoben werden kann. Man erhält so Ergebnisse
auf ml Venenblut pro
100 ml Gewebe und vermag dadurch gut auf die Venenklappenfunktion
bei Vorliegen von Krampfadern
(Varizen) rückzuschliessen.
 Die
Venenverschlussplethysmographie (Gutmann Periquant 3800)
beobachtet den Venenrückstrom
aus Venen die vorher mit der Blutdruckmanschette gestaut
wurden. Damit ist es
möglich eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf Vorliegen
einer Beinvenenthrombose oder einen
Zustand nach Beinvenenthrombose (postthrombotisches
Syndrom) zu erheben.
 Die
Digitale Photoplethysmografie (DPPG) bzw. auch Lichtreflexionsrheografie
(LRRG) misst über
Photoelektroden die Lichtreflexion aus der Endstrombahn
des Blutkreislaufs, vor allem für die
chronische Veneninsuffizienz. Es besteht aber auch die
Möglichkeit nach Venenkompression mittels
Staumanschette besser auf die Blutverteilung zwischen
dem oberflächlichen und tiefen Venensystem
unterscheiden zu können.
 Die
Dopplersonografie der Beinvenen bestimmt den atmungsabhängigen
Venenfluss mittels hochfrequentem
bidirektionalem Doppler-Ultraschall (Sonodop 3000).
Sie misst damit den Durchfluss
entlang oberflächlicher Venenklappen oder grösserer
Venen, zumeist um die Venenklappenfunktion
in bestimmten Bereichen zu untersuchen.
 Die
Duplexsonografie ist auch eine hervorragende Venen-Untersuchungsmethode,
die v.a. die Flussbedingungen
an funktionsbeeinträchtigten (insuffizienten) Venenklappen
im Detail darstellen
kann. Auch zum Ausschluss einer tiefen Beinvenenthrombose
oder einer oberflächlichen
Thrombophlebitis eignet sich die Duplexsonografie sehr.
Darüber hinaus wird sie
zur präoperativen Diagnostik vor geplantem Venenstripping
oder der endovaskulären Lasertherapie
(EVLT) eingesetzt.
Doppleruntersuchung
und Duplexsonographie der Venen
Diese Untersuchung
gibt Auskunft über die Durchgängigkeit und
den Klappenzustand der tiefen Leitvenen sowie über
pathologische Refluxe aus der Tiefe über insuffiziente
Krossen oder Vv. perforantes. Die Venenklappendiagnostik
mittels Dopplersonde sollte im Stehen erfolgen, da in
dieser Position die Venenlumina gut mit Blut gefüllt
und nicht kollabiert sind. Da der Venentonus temperaturabhängig
ist, sollte der Untersuchungsraum gut und konstant temperiert
sein. Die vorherige Aufklärung des Patienten über
geplante Untersuchungsmanöver garantiert den ungestörten
Ab-lauf der Venendoppleruntersuchung mit einwandfreier
Kurvenregistrierung.
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Abb. 1. Das physikalische
Prinzip des Dopplers besteht in der Aussendung von
Ultra-schallwellen, die von den fließenden
roten Blutkorper-chen reflektiert werden. Es entsteht
eine der Bewegungs-geschwindigkeil proportionale
Frequenzverschiebung, de in hörbare Schallwellen
umges. wird Damit erfüllt der Doppler die Rolle
des Stethoskops des Angiologen |
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Die Dopplersonographie
peripherer Venen erfolgt systematisch von proximal nach
distal, wobei im ersten Untersuchungsgang am liegenden
Patienten die Doppiersignale der tiefen Venen, im zweiten
Untersuchungsgang am stehenden Patienten die Dopplersignale
der oberflächlichen Venen abgeleitet werden. Im Anschluss
an diese Untersuchung werden insuffiziente Vv. perforantes
aufgesucht. Hierzu versucht der Untersucher, mit dem Daumen
die untere Extremität des stehenden Patienten auf
das eventuelle Vorliegen von Faszienlücken, in denen
sich insuffiziente Perforantes befinden könnten,
zu palpieren. |
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Indikationen im überblick
Indikation zur
Doppler- u. Duplexsonographie bei Venen-Erkrankungen
sind:
 Lokalisation
und Bestimmung
des Ausmaßes einer Venenklappeninsuffizienz
bei Varikose oder chronischer Veneninsuffizienz,
 Differenzierung
zwischen primärer und sekundärer Venenklappeninsuffizienz,
 Lokalisation
und Beurteilung der Ausdehnung tiefer Bein- venenthrombosen,
 Ausschluss
des Befalls tiefer Leitvenen bei oberfläch- licher
Thrombophlebitis,
 Darstellung
venöser Angiome.
cw-Dopplersonographie. Die Domäne der cw-Doppler-sonographie
unter Zuhilfenahme der Bleistiftsonde ist die Diagnostik
bei Venenklappeninsuffizienzen mit dem Ziel der Refluxbestimmung.
Mangels ausreichender Treff-sicherheit sollte diese
Methode zum Ausschluss oder Nachweis tiefer Beinvenenthrombosen
nicht ein-gesetzt werden.
Zweidimensionale Ultraschallverfahren (Kompres-sionssonographie).
Diese sind dagegen hervorragend zum Aufsuchen, zur Darstellung
und zum Nachweis von Venenthrombosen geeignet.
Duplexsonographie. Die Kombination von Doppler-technik
und zweidimensionalem Ultraschallverfahren in Duplexsonographiegeräten
ermöglicht dem Untersucher sowohl die zuverlässige
Beurteilung von Venenklappen-insuffizienzen und deren
Ausdehnung als auch die Lokalisation von Thrombosen
mit Bestimmung der oberen und unteren Thrombusgrenze.
Farbduplexsonographie. Der Einsatz der farbkodierten
Duplexsonographie verbessert die diagnostische Treff-sicherheit
der Schwarzweiß-Duplexmethode vor allem im Unterschenkelvenenbereich
und beim Auffinden von venösen Hämangiomen.
Die sonographischen Untersu-chungszeiten können
durch Anwendung dieses Verfahrens verkürzt werden.
Apparative
Voraussetzungen
Zur Dopplerdiagnostik
von Venenklappeninsuffizienzen können sogenannte
Taschendopplergeräte oder bidirek-tionale Dopplergeräte
verwandt werden.
Taschendopplergeräte. Einfache Geräte
dieser Art ermöglichen die alleinige akustische
Wiedergabe venöser Dopplersignale ohne Angabe ihrer
Strömungsrichtung. Moderne Modelle erlauben mit
Hilfe integrierter LCD-Displays die zusätzliche
Beurteilung der Blutströmungs-richtung, die in
der Venendiagnostik von grundlegender Bedeutung ist,
da hierdurch eine Refluxdiagnostik gelingt.
Bidirektionale Dopplergeräte. Voraussetzung
für die bildliche Darstellung venöser Dopplerströmungskurven
ist, ein bidirektionales Dopplergerät mit Kammdrucker
oder Videoprinter zu verwenden. Die Dopplerkurve kann
mit diesen Geräten als Analogkurve oder als Frequenzanalyse-kurve
am Monitor, als Videoprintbild oder auf dem Papierausdruck
dargestellt werden.
Schallsonden. Sowohl die Taschendoppler- als
auch die bidirektionalen Dopplergeräte sind üblicherweise
mit zwei Schallsonden der Trägerfrequenz 4-5 MHz
und 8-10 MHz ausgerüstet. Dopplerstiftsonden mit
der Trägerfrequenz von 4-5 MHz werden verwandt
zur Untersuchung der:
 V.
femoralis,
 V.
poplitea,
 V.
subclavia,
 V.
axillaris.
Dopplerstiftsonden mit Frequenzen zwischen 8 und 10
MHz sollten eingesetzt werden zur Untersuchung der:
 V.
saphena magna,
 V.
saphena parva,
 Vv.
perforantes,
 Unterschenkelvenen,
 Vv.
radiales und ulnares.
Zur Untersuchung von Venen ist am bidirektionalen
Dopplergerät die Einstellung eines niedrigen Bereichs
der Dopplerfrequenzverschiebung empfehlenswert. Das
Wand-filter sollte so tief wie möglich, z. B. auf
50 Hz, eingestellt werden, damit tieffrequente venöse
Refluxe nicht durch das Hochpassfilter bei der Kurvenregistrierung
verloren gehen. Generell erfordern Ultraschalluntersuchungen
zur Ankoppelung der Dopplerultraschallsonde an die Haut
die Verwendung von Ultraschallgel.
Durchblutungsstörungen der Extremitäten lassen
sich schnell und unkompliziert mittels Ultraschall-Doppler-technik
diagnostizieren. Zunächst wird eine Blutdruck-manschette
um die betroffene Extremität gewickelt und über
den zu erwartenden systolischen Blutdruckwert aufgepumpt.
Gleichzeitig wird der Stiftdoppler an das zu untersuchende
Gefäß angelegt. Wenn der Strömungsdruck
des Blutes den nachlassenden Manschettendruck überwindet,
ist ein Dopplersignal zu hören. Die Werte der einzelnen
Extremitäten werden zueinander in Beziehung gesetzt
und ergeben so ein zuverlässiges Bild über
die Durchblutungsverhältnisse.
Die Duplexsonographie ist eine Kombination aus der Dopplertechnik
mit hochauflö-sendem B-Mode, integriert in eine
Schallsonde. Während mittels B-Mode eine diffe-renzierte
Erfassung von morphologischen Veränderungen der
Arterienwand möglich ist, erlaubt die Dopplertechnik
die Beurteilung der Flusscharakteristik des Blutstroms.
Durch die Erfassung von Strömungsturbulenzen und
änderungen der Flussge-schwindigkeiten des Blutes
kann der Stenosegrad (Grad der Einengung) der Arterie
genau bestimmt werden. Die zusätzliche Farbcodierung
ist ein weiteres Instrument, mit der insbesondere bei
schwierigen Untersuchungsbedingungen Informationen über
die Fluss-richtung und Flussgeschwindigkeit gewonnen
werden.
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Abb. 2.
Wahrend die Sonde auf eine Varize oder einen Venenknoten
der Saphena magna unterhalb der Leiste gerichtet
wird, hustet der Patient oder
er macht einen Valsalvepreß versuch. Ist die
Mündungsklappe insuffizient. entsteht ein Rückstromgeräusch,
das während der digitalen Kompression des Stammes
aufhört und nach Loslassen wieder hörbar
wird. Diesen Reflex kann man bis in die Peripherie
verfolgen, allerdings mit einer zunehmenden Dämpfung
des Geräuschs. |
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Abb. 3.
Die Sonde legt in der Leiste,
auf einer leicht zu ortenden V. lemoralls (linke
Seite). Wahrend der tiefen Atmung entsteht im Bauchraum
eine Druckerhö-
hung, die sich auf die Beckenvenen überträgt.
Am Ende der Inspira-tion entsteht somit ein Stopp
oder manchmal eine Umkehr der Strömung, mit
wieder Tonlage des Strömungsgeräuschs.
Bei Verlegung einer Beckenvene (rechte Seite) findet
man oft nur mühsam eine Kollaterale und der
periphere Druck liegt so hoch oberhalb des Widerstandes
durch das Hindernis, daß kein Stopp mehr eintritt:
Das venöse Geräusch wird durchgehend in
einer höheren Tonlage gehört |
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Abb. 4.
Eine Insuffizienz der Vene saphena parva wird durch
Kompression und Dekompression der Wade festge-stellt.
Bei der Dekompression tritt dann eine Refluxgerausch
auf das auch einige Zentimeter unterhalb der Kniekehle
hörbar ist (rechter Teil der Zeichnung). |
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Abb. 5.
Bei der Kompression oder während der Kontraktion
der Waden-muskeln tritt eine vorübergehende
Beschleuni-gung des Flußes auf, wenn die Sonde
am Oberschenkel liegt Die Kompression der Muskelmassen
des Oberschenkels sollte bei Sondenposi-tion in
der Kniekehle kein Gerausch erzeugen Findet man
ein Gerausch, dann sind die Klappen nicht schlußlähig
(z.B.beim postlhrombotischen Syndrom) |
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Extremitätenphlebographie
Bei der
Phlebographie handelt es sich um ein auf der Anwendung
von Röntgenstrahlen basierendes Verfahren zur Darstellung
der Venen der Extremitäten. Hierzu ist die Gabe
von jodhaltigen Kontrastmitteln (KM) notwendig, da die
höhere Strahlenabsorption durch das KM zur Gefäßdarstellung
führt. Peripher des darzustellen-den Gefäßabschnittes
muss eine Vene punktiert werden, über die das KM
in ausreichender Menge und zügig injiziert wird,
um eine homogene Anfüllung des gewünschten
venösen Gefäßareals zu erreichen. Da
die Phlebographie sowohl hinsichtlich der Anwendung
von Röntgenstrahlen als auch der Venenpunktion
zur KM-Verabreichung als invasive Methode anzusehen
ist, müssen eine umfassende klinische Untersuchung
sowie die Abklärung der Indikationsstellung mit
den verfügbaren nichtinvasiven diagnostischen Möglichkeiten
vorausgehen. Dabei sollte anhand der nichtinvasiven
Untersuchungsmethoden eine möglichst klare Fragestellung
an den Phlebographeur erarbeitet werden, damit dieser
die Untersuchung zielgerichtet mit einer möglichst
geringen KM- und Strahlenbelastung durch-führen
kann. Die Aussagefähigkeit der Untersuchung wird
umso besser sein, je enger die Abstimmung zwischen dem
klinischen Auftraggeber und dem die Phlebographie ausführenden
Arzt ist, d. h. ein sog. Globalauftrag zur
Phlebographie sollte normalerweise nicht vorkommen.
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Photoplethysmographie
(PPG)
Die Photoplethysmographie
(PPG), bzw. Licht-Reflexions-Rheographie (LRR) erlaubt
mit einer einfachen Untersuchung die Quantifizierung der
Leistung der Beinvenenpumpe, vor allem auch beim Vergleich
nach Ausschaltung einer oder mehrerer Refluxstellen. Sie
verbessert somit die Indikationsstellung zur Chirurgie,
Verödung und Kompressionsbehandlung. |
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Abb. 6.
Das Prinzip der PPG, bzw. LRR ist folgendes. Ein
auf der Innenseite des Unterschenkels aufgeklebter
Meßkopf sendet aus drei Quellen Infra-rotes
Licht in die Haut. Es dringt ungefähr 2 mm
tief ein und wird vom Blut der intradermalen Venenplexen
reflektiert. Bei Bewegungsübungen sinkt der
Venendruck und parallel dazu hellen sich die Venenplexus
auf. De jewelige Lichtreflexion wird durch eine
Photozelle gemessen und aufgezeichnet. |
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Mit photoplethysmographischen Verfahren
werden Volumenschwankungen des subkutanen Venenplexus
untersucht. Ein lokal begrenztes Hautareal wird Infrarot-licht
einer definierten Wellenlänge ausgesetzt. Der reflektierte
Anteil und damit die Füllungsschwankungen im subkutanen
Venenplexus, z. B. während eines Bewegungsprogramms
oder einer Lageänderung des Beines, werden registriert.
Da das Hämoglobin eingestrahltes Licht absorbiert,
wird die reflektierte Lichtmenge bei Abnahme der subkutanen
Blutfüllung durch die Aufhellung des Gewe-
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bes größer. Da der Ausgangswert
aber nicht in absoluten Einheiten bekannt ist, wird
lediglich eine relative Veränderung des reflektierten
Lichtgrades festgestellt, die nicht quantitativ bestimmt
werden kann. Es stehen inzwi-schen verschiedene photoplethysmographische
Verfahren unter z. T. synonym gebrauchten Begriffen
zur Verfügung:
 Photoplethysmographie
(PPG), 
 Lichtreflexionsrheographie
(LRR) nach Blazek/Wienert,
 Digitale
Photoplethysmographie (DPPG).
Das Grundprinzip,
die Einstrahlung von Licht im Infrarotbe-reich, ist
bei allen aufgeführten Methoden gleich, lediglich
die Wellenlängen sind etwas unterschiedlich. Mögliche
Messfehler durch verschieden ausgeprägte Hautpigmen-tationen
oder Fremdlichteinflüsse sollen durch diverse rechnerische
Prozesse, wie z. B. Quotientenbildung aus eingestrahlter
Gesamtlichtmenge und Reflexionsgrad oder durch Verstärkung
der eingestrahlten Lichtmenge bis zu einem bestimmten
Reflexions-grad behoben oder gemildert werden. Nur bei
der LRR wird im Messkopf auch die Bestimmung der Hauttemperatur
mit vorgenommen.
Im Rahmen
photoplethysmographischer Verfahren werden anhand der
Menge des reflektierten Infrarotlichts die Volumenschwankungen
im subkutanen Venenplexus beur-teilt. Nachdem der Patient
ein standardisiertes übungspro-gramm absolviert
hat, wird anhand der gemessenen Licht-reflexion die
Wiederauffüllungszeit bestimmt.
Venenverschlussplethysmographie
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Abb. 7.
Als übung macht der Patient im Sitzen in der
angegebenen Stellung 10 maximale Dorsalextensionen
des Fußes in 15 Sekunden, im Rhythmus eines
Metronoms. Der Meßkopf klebt an der Innenseite
des Unterschenkels. immer oberhalb einer trophischen
Störung und nie direkt auf einer Varize. |
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Die Venenverschlussplethysmographie ist
eine nichtinvasive Methode zur indirekten Messung von
Volumenänderungen in den Venen der Extremitäten.
Die Volumenänderungen können dabei anhand
der Druckänderung (Airplethysmographie) anhand
der änderung der elektrischen Leitfähigkeit
(lmpedanzplethysmographie) oder mittels Quecksilberdehnungsmess-Streifen
gemessen werden. Bei allen Messformenist eine kontinuierliche
graphische Dokumentation des direkt registrierten Plethysmogramms
auf einem Schreiber oder einem digitalen Speichermedium
notwendig, um den gesamten Messablauf beurteilen zu
können. Nur bei Kenntnis der Registrierungskurven
kann abgeschätzt werden, ob die erhobenen Zahlenwerte
medizinisch verwertbar sind. Darüber hinaus sollen
alle vom Untersuchungsstandard des jeweiligen Instituts
abweichenden Parameter notiert werden, um Vergleichsmessungen
zu ermöglichen.
Thrombose und postthrombotische Veränderungen
Thrombose und
postthrombotische Veränderungen. Bei Vorliegen
einer Thrombose oder postthrombotischer Veränderungen
kommt es primär zu einer Kapazitätsverminderung
und durch die Verlegung des Querschnittes auch zu einer
Abstrombehinderung (Abb.1). Mit zunehmender Kompensation
über das epifasziale Venensystem kann es bei weiterhin
verminderten Kapazitätswerten zu einer relativen
Verbesserung des Ausstroms kommen. Im Rahmen der Thrombosediagnostik
muss ganz wesentlich auf den bei Beginn des Messvorgangs
vorliegenden arteriellen Ruheeinstrom geachtet werden,
da ein geringer arterieller Ruheeinstrom falsch geringe
Kapazitätswerte mit dann meist grenzwertigen Messergebnissen
zur Folge haben kann. Dies ist auf der Basis tatsächlich
erniedrigter arterieller Ruhedurchblutungswerte ebenso
möglich wie auf Grund einer Messungsverfälschung
durch periphere ödeme, Lip- und Lymphödme
oder Gewebsindurationen.
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Abb. 8 Die obere der
beiden Kurven zeigt einen relativ größeren
Volumenanstieg,
der den Normalwerten entspricht. Die untere Kurve
zeigt einen thrombose-verdächtigen Befund mit
deutlich erniedrigter venöser Kapazität
und erniedrigtem venösem Ausstrom. |
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Phlebodynamometrie
Bei der
Phlebodynamometrie handelt es sich um eine intravasale
Messung der Venendruck-verhältnisse an den
unteren Extremitäten in Ruhe und unter Aktivierung
der Gelenk- und Muskelpumpen oder alternativ während
bimanueller Wadenkompression. Bestimmt werden
der Druckabfall unter der aktiven Entleerung und
die venöse Druckausgleichszeit. Eine Wiederho-lung
der Messung im Rahmen eines Tourniquet-Tests dient
der Beurteilung der funktionellen Situation hinsichtlich
einer änderung/Verbesserung des Druckgradienten
und/oder der Druck-ausgleichszeit durch venenausschaltende
Maßnahmen. Bei Punktion einer Fußrückenvene
kann eine Messung des globalen Venendruckverhaltens,
bei Punktion einzelner oberflächlicher äste
eine zumindest lokal begrenzte Beurteilung des
Venendruckverhaltens vorgenommen werden.
Die Phlebodynamometrie ist eine intravasale Messung
der Venendruckverhältnisse an den unteren
Extremitäten, bei der der Druckabfall unter
aktiver Entleerung und die venöse Druck-ausgleichszeit
bestimmt werden.
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Thomas MACA. Alle Rechte vorbehalten. |
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