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Zehn Fragen für Ihre Gesundheit -
Ein kurzer Test über Ihre Gefäßsituation
Ein kurzer Test mit
zehn Fragen soll zusätzliche Anregungen geben über ihre
Gefäßsituation nachzudenken. Bitte, nehmen sie sich
Zeit und lesen Sie erst weiter, wenn Sie ehrlich versucht
haben jede einzelne Frage ruhig überlegt zu beantworten.:

Haben Sie Eltern oder Geschwister, mit Bluthochdruck,
Zuckerkrankheit oder einer Gefäß-
erkrankung
wie Durchblutungsstörungen in den Beinen, Herzinfarkt
oder Hirnschlag?

Kennen Sie ihren Blutdruck? Wie sehr steigt ihr Blutdruck
durch Belastung an?

Wie hoch ist der Blutdruck in Ihren Beinarterien?

Kennen Sie Ihren Ruhepuls? Ist er regelmäßig? Wie sehr
steigt er unter Stress an?

Rauchen Sie? Womit würden Sie sich belohnen, wenn Sie
nicht mehr rauchen würden?

Schnarchen Sie? Haben Sie längere Atempausen im Schlaf?
Wie hoch ist ihr nächtlicher
Blutdruck?

Hatten Sie bereits einen Ultraschall der hirnversorgenden
Halsschlagadern, der Arteria Caro-
tis und
Vertebralis? Ist bei dieser Gelegenheit ihre Intima-Media
Dicke gemessen worden?

Wie oft lachen Sie täglich? Wie häufig ärgern Sie sich?
Sind Sie leicht zu kränken?

Kennen Sie ihren Blutzucker und Ihre Blutfettwerte?

Wie viele Meter weit können Sie zügig gehen ohne stehen
bleiben zu müssen? Haben Sie
dabei Atemnot
oder Beinkrämpfe?
Einfache Untersuchungen schützen vor Schlaganfall und
Herzinfarkt
Bahnbrechende Studien der 70er u.
80er Jahre des letzten Jahrhunderts haben ihre volle
Gültigkeit behalten. Aktuelle Studiendaten konnten sogar
zeigen, dass Patienten mit PAVK der Beine mit abnehmender
Beinarteriendurchblutung auch ein kontinuierlich ansteigendes
höheres Risiko haben v.a. an einem Herzinfarkt aber
auch an einem Hirnschlag bereits frühzeitig zu versterben.
Somit kann man mit einfacher Messung der Beinarteriendurchblutung
schon mit hoher Wahrscheinlichkeit ermessen wie es wohl
längerfristig um die Gesundheit bestellt ist. Ergibt
so eine einfache Durchblutungsmessung mit Ultraschall
ungünstige Messwerte, dann sollte man dieser Tatsache
nicht passiv pessimistisch gegenüber stehen. Die Früherkennung
von Beinarterienverkalkung sollte als Chance angesehen
werden, sein Risikoprofil bezüglich möglicher weiterer
sich anbahnender Herz-Kreislauferkrankungen gründlich
zu durchleuchten.
Wie äußert sich nun eine Arterienverkalkung, die
zu Engstellen der Beinarterien oder gar zu Beinarterienverschlüssen
führt?
Klassischerweise durch
Gehbeeinträchtigung. Nach frühzeitiger Ausschöpfung
der Sauerstoffreserven der Beinmuskulatur wegen Minderdurchblutung
beginnen meist ziehende Schmerzen in der betreffenden
Wade. Oft können die Patienten nicht mehr als z.B. 100m
an beschwerdefreier Gehstrecke zurücklegen. Nach einer
gewissen Pause lässt dieser immer wieder zwischenzeitlich
auftretende bewegungsabhängige Beinmuskelkrampf deutlich
nach. Allerdings beginnt der Betroffene naturgemäß aufgrund
der eingeschränkten Beindurchblutung bald zu hinken.
Die medizinische Fachsprache spricht dann von Claudicatio
intermittierens (intermittierendes Hinken), CI abgekürzt,
die bei meist generalisierter arterieller Verschluss-krankheit
dann ein Vorzeichen eines drohenden Herzinfarkts sein
kann. Diese Gehbeeinträchtigung durch Durchblutungsstörungen
der Beine wegen Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) wird
im Volksmund sehr bezeichnender weise auch "Schaufensterkrankheit"
genannt. Dies in Anspielung auf die Gehpause, welche
in der Stadt für Schaufenster genützt werden kann. Der
ausgeprägte Bewegungsmangel des Städters ist wohl ein
Paradebeispiel warum diese Form der Gefäßerkrankung
so zunimmt. Tägliches Gehtraining wäre die beste Therapieform
gegen ein Fortschreiten der PAVK.
Vorbeugung bzw. Vermeidung von Arteriosklerose?
Natürlich ist
eine möglichst gesunde Lebensweise mit reichlich Bewegung
und dem Verzicht auf Nikotin, fettreiche und ballaststoffarme
Ernährung eine gute Voraussetzung. Allerdings können
gewisse Risikofaktoren wie vererbter maßen erhöhte Blutfettwerte
oder auch Diabetes oft nur durch individuell abgestimmte
Therapie gut eingestellt werden. Es ist nun eine neue
Initiative des Evangelischen Krankenhauses Wien diese
möglichen Risikokonstellationen mit wenigen einfachen
und nicht belastenden Untersuchungen abklären zu lassen.
In nächster Zukunft werden wir uns ganz gezielt gerade
auch denjenigen Patienten widmen, die Gefahr laufen
durch Gefäßerkrankungen an Lebensqualität zu verlieren.
Tägliches Training mit einfachen Mitteln
A propos. Wie geht es
Ihnen? Diese Frage sollte nicht nur ihr Wohlbefinden
erkunden, sondern hat nach kleiner Abwandlung eine weitere
Bedeutung. Anstatt: Wie geht es Ihnen - könnte man fragen:
Wie gehen Sie? Denn wer gut, aktiv und häufig geht,
der sollte zumindest bezüglich Herz- und Kreislauferkrankungen
auf lange Sicht einer guten Zukunft entgegen sehen -
besser entgegen gehen können. Ein Versuch die tägliche
Gehdistanz zu verlängern ist nicht wirklich schwierig.
Wie wäre es z.B. anstatt des Fahrstuhls das eine oder
andere Stockwerk zu fuß zu bewältigen? Durch Verzicht
auf eine weitere Straßenbahnstation können zusätzlich
wertvolle Gehmeter absolviert werden. Oder wäre es gar
möglich das Auto entfernter vom Arbeitsplatz zu parken,
dort wo es vielleicht sogar einfacher ist einen Parkplatz
zu finden? Diese Beispiele zeigen mit welch einfachen
Mitteln schon erste positive Schritte in Richtung Gehtraining
gesetzt werden können. Mehr Mobilität durch aktive Bewegungsmaßnahmen
bedeutet nicht nur bessere Beindurchblutung, sondern
ist auch der beste Garant für eine günstigere Herz-
und Hirndurch-blutung.
Prim. Univ.Ass.Prof. Dr. Thomas Maca neuer EKH-Vorstand
der Angiologie
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