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| Therapie
und Behandlung |
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Bei den nicht medikamentösen Therapien
steht die Kompressionstherapie mit Kompressionsver-bänden
oder Kompressionsstrümpfen an erster Stelle. Mit
beiden Maßnahmen sollen die Strömungsbedingungen
und das Strömungsverhalten des venösen Blutes
positiv beeinflusst werden. Der von den Strümpfen
und Verbänden ausgeübte Druck, der übrigens
von unten nach oben Richtung Herz abnimmt, verengt die
Venen. Das hat zur Folge, dass sich die Pump- und Förderfähigkeit
der Vene verbessert und sich auch die Venenklappen besser
schließen können. Eine operativen Behandlung
bietet sich immer dann an, wenn nur dadurch gravierende
spätere Funktionsstörungen und andere Probleme
behoben werden können. Viele Venenmedikamente basieren
auf bekannten Naturstoffen. Auch homöopathische
Arzneimittel und Enzymtherapien sind vertreten. Dazu
gibt es auch noch vielfältige Kombinationspräparate
mit den genannten Wirkstoffen und noch weiteren.
Medikamentöse
Therapie
Leukozyten: im
Zentrum der Pathophysiologie
Eines der
Hauptmerkmale der Veneninsuffizienz ist ein erhöhter
Venendruck, der mit einem venösen Rückfluß
verbunden sein kann oder auch nicht. Diese andauernde
Hypertonie in der Makrozirkulation der Venen wird unvermeidbar
auf die Mikrozirkulation übertragen. Die Konse-quenzen
eines erhöhten Venendrucks auf die Mikrozirkulation
wurden in mehreren Studien untersucht, die anläßlich
des Europäischen Mikrozirkulationskongresses im
August 1998 in Paris präsentiert wurden. Während
dieser Veranstaltung standen die grundlegende Bedeutung
der Leukozyten bei der Pathophysiologie der Venenerkrankung
und deren symptomatische und klinische Manifestationen
im Vordergrund. Venöse Hypertonie führt zu
morphologischen Veränderungen und funktionellen
Anomalien, die von hämorrheologischen Veränderungen
bis zu einer verstärkten Kapillarpermeabilität
und Anomalien im Fibrinogenstoffwechsel reichen.
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Abb. 1. Leukozytenadhäsion,
-migration und -aktivierung führen zur Freisetzung
von Substanzen, die die Mikrozir-kulation schwer
schädigen und letztendlich zur Bildung von
venösen Beingeschwüren führen. |
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Venöse Hypertonie führt zu
neutrophiler und monozytärer Aktivierung, was wiederum
eine Schädigung des Endothels verursacht. Diese
Mechanismen leiten die pathologischen Prozesse ein,
die zur venösen Geschwürbildung führen:
Leukozytenadhäsion, -migration und -aktivierung
führen zur Abgabe von schädlichen Bestandteilen
wie Zytokinen, Leukotrien, freien Sauerstoff-Radikalen,
proteolytischen Enzymen und dem Plättchen-aktivierenden
Faktor (PAF) in den Geweben, die die Mikrozirkulation
schwer schädigen (Abb. 1) und letztendlich zu trophischen
Störungen führen. Die neue Strategie für
eine wirksame Behandlung von Venenerkrankungen sollte
darauf abzielen, sowohl die Störung der Makrozirkulation
zu behandeln, durch Wirkung auf Venentonus und Lvmphdrainage,
als auch die Anomalien der Mikrozirkulation, durch Vermeidung
der Leukozytenaktivierung und Interaktionen zwischen
Leukozyten und Venenendothel.
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Sclerosierungsherapie
Unter der
Verödungstherapie versteht man die planvolle Ausschaltung
von intra- oder subkutanen Varizen durch das Einspritzen
eines Verödungsmittels. Die verschiedenen Verödungsmittel
führen zu einer ausgeprägten Schädigung
des Endothels der Gefäße und eventuell der
gesamten Gefäßwand. Im Anschluss kommt es
zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Thrombusbildung
und längerfristig zur Umwandlung der Vene in einen
bindegwebigen Strang- also zur Sklerose. Ziel der Verödungsbehandlung
ist nicht die Thrombosierung des Gefäßes,
die für sich allein genommen rekanalisieren kann,
sondern die definitive Umwandlung in einen fibrösen
Narbenstrang. Ein solcher Narbenstrang kann nicht rekanalisieren
und entspricht in seinem Ergebnis dem operativen Vorgehen
zur Ausschal-tung einer Varize.

Verödungstechnik
Während sich
in früheren Jahren Verödungsschulen zum Beispiel
nach Sigg, nach Tournay und nach Fegan herausgebildet
hatten, die in jeweils unterschiedlicher Verödungstechnik
vorgingen, hat eine kürzlich weltweit durchgeführte
Untersuchung gezeigt, dass dies heute nicht mehr der
Fall ist und die Technik der Verödungsbehan-dlung
lediglich einigen wichtigen Grundsätzen folgt.
 Die
Punktion der zu verödenden Venen kann im Stehen
oder im
Liegen erfolgen. Intrakutane Venen werden prinzipiell
im Liegen punktiert. Auch bei subkutanen Venen
hat sich die liegende Position oder die Schrägla- gerung
auf einem Kipptisch bewährt.
 Die
Injektion erfolgt prinzipiell in liegender Körperposi- tion,
wobei auch eine leichte Schräglagerung möglich
ist. Nach
Punktion der Vene mit freier Nadel oder aufgesetzter
Spritze wird die intravasale Lage der Kanüle
überprüft.
 Die
intravasale Injektion des Verödungsmittels erfolgt
langsam,
eventuell fraktioniert unter weiterer Kontrolle der
intravasalen Lage. Schmerzhaftigkeit während der
Injektion
deutet auf paravasale Injektion hin.
 Unmittelbar
nach Injektion des Verödungsmittels und Entfernung
der Kanüle erfolgt die lokale Kompression mit
Watteröllchen und Papierpflaster im Verlauf der
verödeten
Vene.
 Im
Anschluss an die Verödungsbehandlung wird die behandelte
Extremität komprimiert. Dies ist sowohl mit einem
Kompressionsstrumpf als auch mit einem Kompressionsverband
möglich. Bei der Verödung von Besenreisern
wird teilweise die lokale Kompression, eventuell
mit einem partiellen Kompressionsverband für ausreichend
gehalten.
 Die
Watteröllchen können am Abend oder am nächsten
Morgen entfernt
werden. Die Kompression wird je nach Kaliber
und Lokalisation der Varizen für Stunden (Besen- reiser)
bis mehrere Tage und Wochen nach Abschluss der
Verödungsbehandlung durchgeführt.
 Nach
der Verödungssitzung soll der Patient einige Zeit
gehen, um
Depotbildungen des Verödungsmittels zu vermeiden.
Auf Anzeichen für allergische Reaktionen ist zu
achten.
 Bei
der Verödung der Krossen und der krossennahen Stammvarizen
hat sich in letzter Zeit die duplexsonogra- phisch
kontrollierte Verödungsbehandlung einen breiteren
Raum geschaffen. Bei diesem Verfahren wird beim
liegenden Patienten die zu verödende Vene duplexsonographisch
dargestellt und punktiert. Die Nadel
ist im sonographischen Bild sichtbar und die intravasale
Injektion kann kontrolliert werden. Einige Autoren
empfehlen eine intermittierende Kompression mit
dem Ultraschallkopf im Anschluss an die Injektion.
 Die
Verödung mit Schaum ist z.Zt. noch wenig standar- disiert.
Die Diagnostik
umfasst neben Anamneseerhebung und klinischer Untersuchung
in stehender Position auch die Dopplersonographie zur
Identifikation klappeninsuffizienter Venenabschnitte.
Bei subkutaner Varikose, insbesondere zur Differenzialdiagnose
gegenüber postthrombotischen Veränderungen
und zur Einschätzung einer eventuell durchzuführenden
kombinierten operativen Therapie, können bildgebende
Verfahren wie die Duplexsonographie oder die Phlebographie
eingesetzt werden. Mit Hilfe von Funktionsuntersuchungen
wie der Photoplethysmographie oder der Phlebodynamometrie
kann die zu erwartende Verbesserung der venösen
Funktion nach Ausschaltung der Varikose abgeschätzt
werden. Die alleinige klinische Untersuchung ist insbesondere
hei subkutaner Varikose oft nicht ausreichend, da tief
im subkutanen Fettgewebe gelegene Varizenanteile beispielsweise
im Oberschenkel-bereich klinisch oft nicht erfasst werden
können.
Eine Verödung
lediglich der sichtbaren Varizenanteile bei Nichtbeachtung
klinisch nicht erkennbarer insuffizienter Venenabschnitte
führt nicht zu einem dauerhaften Erfolg. Die Verödung
von Varizen ist eine seit Jahrzehnten etablierte und
erfolgreiche Behandlungsmethode zur Ausschaltung von
Krampfadern. Trotz der langjährigen Erfahrung mit
der Verödungstherapie liegen bisher nur sehr wenige
prospektive randomisierte Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit.
Wegen der unterschiedlichen Techniken und Verödungsmittel
sind die Ergebnisse auch nur bedingt vergleichbar. Die
Sklerosierung ist die Methode der ersten Wahl bei der
Behandlung von Besenreisern und retikulären Varizen.
Bei der Behandlung von Seitenastvarizen steht sie in
Konkurrenz zur perkutanen Phlebextraktion und in der
Behandlung der Stammvarikose und der Krosseninsuffi-
zienz wird im deutschsprachigen Bereich der operativen
Sanierung der Vorzug gegeben.
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Abb. 2.
Verödung intradermalen Vari-zen. Diese Technik
ist für die kleinsten Varizen, die sog. Besenreiser
bestimmt, die in der Haut eingebettet sind und bläulich
durchschimmern. Da man sieht, wenn die Injektion
paravasal vorgeno-mmen wird (durch Bildung einer
Quad-del), ist das Risiko einer Komplikation gering. |
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Abb. 3.
Die Injektion wird langsam vorgenommen. Sollte eine
Quaddel entstehen, wird die Injektion unterbro-chen
und eine andere Injektionsstelle ausgewählt.
Das Verödungsmittel anamisiert eine Flache
von Besenrei-sern, die man sich genau merken soll. |
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Abb. 4.
Die feine Kanüle, mit 3/10 mm Durchmesser und
10 mm Lange, wird auf die desinfizierte Haut gelegt
die öffnung der Kanäle st von der Haut
ab oder zu ihr gewendet. aber nicht seitlich gelegen
Sie liegt ungefähr einen Milli-meter von einer
geradlinig verlaufende. Besenreiserstrecke entfernt |
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Abb. 5.
Es recht wenn man einen kleinen Wattetupfer auf
die Injekttions-stelle mittels Pflaster befestigt.
Zuerst wird die eine Hälfte des Pflasters auf
die Haut geklebt. und danach unter Zug der andere
Teil. damit durch den Wattetup-fer ein gewisser
Druck auf die Injek-tionsstelle ausgeübt wird.
Der Tupfer kann abends vor dem zur Bett gehen entfernt
werden. |
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Abb. 6.
In die Richtung der Gefäßachse und tangential
zur Haut wird sie in die Haut eingeschoben Man seht
die inlravasale Lage und ein Blutansog erübrigt
sich. |
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Abb. 7.
Die nächste Injektion wird ausserhalb des anamisierten
Areals vorgenommen. Eine überschneidung der
anamisierten Flachen sollte wegen der Gefahr einer
überdosierung vermieden werden. |
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Operative
Theraphie
Extrafasziales Venensystem.
Die operative Behandlung von Erkrankungen des extrafaszialen
Venensystems besteht in der Ausschaltung dilatierter
Anteile von hämodynamisch wesentlichen Abschnitten
des oberflächlichen Venensystems. Dies gilt zumindest
für die unkomplizierte primäre Varikose. Bei
Vorliegen trophischer Störungen wird in Abhängigkeit
von der Grund-erkrankung vorgegangen. Handelt es sich
um eine Stamm- und/oder Perforansvarikose, so kann diese
noch potenziell kurativ angegangen werden. Liegt als
Ursache der Mikrozirkulationsstörung jedoch ein
postthrombotisches Syndrom vor, so muss man sich, von
wenigen Ausnahmen abgesehen, auf chirurgische Maßnahmen
am Faszienskelett beschränken. Die operative Behandlung
kann nur so gut wie die vorausgegangene subtile Diagnostik
sein. Daher ist die Erhebung eines morphologischen Befundes
des oberflächlichen und tiefen Venensystems mit
einem bildgebenden Verfahren unerlässlich. Dabei
kann es sich sowohl um eine phlebo-graphische Darstellung
(aszendierende Pressphlebographie) als auch um ein sonographisches
Verfahren (Duplexsonographie oder cw-Dopplersonographie
mit B- Bild-Sonographie) handeln. Wesentlich ist die
Darstellung sowohl des extra-als auch intrafaszialen
Venensystems. Die Operation der primären Varikose
orientiert sich an den anatomischen und pathophysiologischen
Gegebenheiten. Zur Vermeidung von operationstechnisch
bedingten Rezidiven müssen neben den Verbindungen
zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem
die ektatischen Ab-schnitte der V. saphena magna oder
parva entfernt werden. Zur Verfügung stehen im
Einzelnen die verschiedenen Resektionsverfahren, die
Exhairese, die Saphenastumpf-ligaturen beim Rezidiv
und die Eingriffe am Faszienskelett bei Mirkozirkulationsstörungen
der Haut.
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Lasertheraphie
In der Behandlung
vaskulärer Neu- und Fehlbildungen des Hautorgans
hat der Einsatz des Lasers eine jahrzehntelange Tradition.
So sind heute zahlreiche Systeme für verschiedenste
Gefäßläsio-nen etabliert. Im Gegensatz
zu anderen gefäßdestruierenden Techniken
gestattet die Laseran-wendung hierbei infolge der kohärenten
Lichtstrahlung ein Bündeln extrem hoher Energie
auf kleinstem Raum und eine punktuelle berührungslose
Arbeitsweise. Der Vorteil der Laseranwen-dung liegt
in der prinzipiellen Möglichkeit, feinstkalibrige
teleangiektatische Gefäße durch eingestrahlte
Lichtenergie über thermische Wechselwirkungen mehr
oder weniger gezielt zu zerstören, ohne hierbei
die Hautoberfläche zu verletzen.
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Copyright © 2008 Prim. Dr.
Thomas MACA. Alle Rechte vorbehalten. |
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